Kuhhund

Ein aufmerksamer Westerwälder Kuhhund mit weizenfarbenem, gewelltem Fell steht auf einer grünen Weide.

Westerwälder Kuhhund: Der unerschrockene Rinderprofi

Ein Hund für echte Aufgaben?
Bist du bereit, einen der seltensten Arbeitshunde Deutschlands kennenzulernen, der keine Furcht vor tonnenschweren Rindern kennt? In diesem Ratgeber erfährst du alles über den Westerwälder Kuhhund, warum er fast ausgestorben wäre und weshalb seine Haltung eine radikale Umstellung deines Lebensstils erfordert.

Westerwälder Kuhhund

Herkunft: Das Erbe der mittelalterlichen Hirtenkultur

Die Geschichte des Westerwälder Kuhhund ist eine Reise zurück in die Zeit der kleinbäuerlichen Landwirtschaft im Westerwald und dem Siegerland. Er ist kein Produkt moderner Zuchtvereine, sondern ein über 500 Jahre alter Arbeitsschlag der Altdeutschen Hütehunde. Während andere Rassen für Ausstellungen selektiert wurden, war beim Kuhhund nur eines wichtig: die Fähigkeit, widerspenstiges Vieh sicher zu treiben und das Eigentum des Hirten zu schützen.

Historisch gesehen war der Kuhhund ein unverzichtbarer Partner der Rinderhirten. In einer Ära ohne elektrische Zäune mussten diese Hunde die Herden auf den zugewiesenen Wald- und Heideflächen halten und sie abends sicher in die Ställe führen. Diese Hunderasse entwickelte dabei eine ganz spezifische Arbeitsweise am Rind, die sich grundlegend von der Arbeit an Schafen unterscheidet. Er musste mutiger, forscher und physisch robuster sein als seine Kollegen an der Wolle.

Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft und dem Verschwinden der Wanderhirtentradition geriet der Westerwälder Kuhhund fast völlig in Vergessenheit. Die Bestände schrumpften so dramatisch, dass er heute auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen in der Kategorie I (extrem gefährdet) steht. Sein Überleben verdanken wir einer Handvoll engagierter Schäfer und dem Förderverein für den Westerwälder Kuhhund, die die wenigen verbliebenen Individuen aufspürten und eine Erhaltungszucht starteten.

Der Kuhhund ist genetisch eng mit dem Harzer Fuchs und dem Mitteldeutschen Gelbbacken verwandt, hat sich aber durch die selektive Arbeit am Großvieh zu einem eigenständigen Typus entwickelt. Er verkörpert die raue Natur des Westerwaldes und die unbändige Arbeitsmoral vergangener Jahrhunderte. Wer einen solchen Hund führt, übernimmt die Verantwortung für ein lebendes Denkmal der deutschen Agrargeschichte, das niemals für die Bequemlichkeit der modernen Welt weichgezeichnet wurde.

Heute ist der Fokus der Zucht weiterhin rein auf der Arbeitsleistung. Es gibt keine „Show-Linien“. Jede Verpaarung wird kritisch geprüft, um die Instinkte und die Robustheit zu erhalten, die diesen Hund über ein halbes Jahrtausend hinweg auszeichneten. Er ist ein Überlebenskünstler, der nur durch klare Aufgaben und eine tiefe Verbundenheit zu seinem Menschen in der heutigen Zeit bestehen kann.


Westerwälder Kuhhund Aussehen

Aussehen: Funktionalität ohne modischen Schnickschnack

Das Erscheinungsbild des Westerwälder Kuhhundes ist ein direktes Resultat seiner Arbeitsumgebung. Er ist ein mittelgroßer, athletischer Hund mit einer Schulterhöhe von etwa 45 bis 55 cm. Sein Körperbau ist quadratisch bis leicht rechteckig, was ihm eine enorme Wendigkeit verleiht – lebensnotwendig, um den Tritten einer Kuh blitzschnell auszuweichen. Er ist muskulös, aber niemals schwerfällig, sondern wirkt eher sehnig und drahtig.

Das Fell ist eines seiner markantesten Merkmale. Es handelt sich um ein wetterfestes Langstockhaar, das oft gewellt oder sogar eng gerollt ist. Diese Struktur schützte den Hund vor den harten Witterungsbedingungen des Westerwaldes und verhinderte, dass er bei der Arbeit im Unterholz oder in Dornen hängen blieb. Die Farbe variiert von einem hellen Weizenfarben über Sandtöne bis hin zu einem warmen Rötlich-Braun, oft mit dunklen Haarspitzen, was ihm ein sehr natürliches, wildes Aussehen verleiht.

Der Kopf des Kuhhundes ist breit mit einem moderaten Stopp und einem kräftigen Fang. Seine Kieferkraft ist beachtlich, da er für den „Fesselgriff“ am Rind eine gewisse physische Präsenz benötigt. Die Augen sind meist bernsteinfarben oder dunkelbraun und blicken mit einer Intensität, die seinen unbändigen Arbeitswillen unterstreicht. Seine Ohren werden variabel getragen – oft als Kippohren oder Stehohren, was seinen aufgeweckten Ausdruck verstärkt.

Ein interessantes Detail sind die oft tief angesetzten Ohren, die in seiner Heimatregion als Schutz vor Grasgrannen und Verletzungen im hohen Gras geschätzt wurden. Die Rute ist kräftig behaart und wird oft säbelförmig getragen. Es gibt bei dieser Rasse keine standardisierte Perfektion; jedes Tier darf individuell aussehen, solange die Leistungsfähigkeit stimmt. Diese optische Vielfalt ist ein Zeichen für den genetischen Reichtum und die ursprüngliche Zuchtstrategie.

Insgesamt wirkt der Westerwälder Kuhhund wie ein Hund, der direkt aus einem alten Ölgemälde der Romantik entsprungen ist. Er strahlt eine rustikale Eleganz aus, die ohne Trimm-Messer oder Schau-Vorbereitung auskommt. Wer ihn betrachtet, erkennt sofort: Dieser Hund ist für den Einsatz gemacht, nicht für das Sofa. Seine Physis ist eine perfekt abgestimmte Maschine für den harten Alltag am Vieh.


Westerwälder Kuhhund Charakter

Charakter: Furchtlos, intelligent und extrem eigenständig

Der Charakter des Westerwälder Kuhhundes ist nichts für Menschen, die einen leichtführigen Begleiter suchen. Er ist ein Hund mit einem extrem starken Selbstbewusstsein. Da er darauf gezüchtet wurde, tonnenschwere Rinder eigenständig zu bewegen, kennt er keine Furcht. Er ist forsch, durchsetzungsstark und besitzt eine beeindruckende psychische Härte. Ein Kuhhund lässt sich nicht einschüchtern – weder von einem Bullen noch von einem unsicheren Besitzer.

Innerhalb seines Rudels ist er loyal und anhänglich, aber er zeigt seine Zuneigung nicht durch ständiges Betteln um Aufmerksamkeit. Er ist ein Beobachter, der alles im Blick behält. Sein Territorialverhalten ist stark ausgeprägt; er bewacht Haus und Hof mit einer Ernsthaftigkeit, die keine Kompromisse zulässt. Fremden gegenüber ist er zutiefst misstrauisch und reserviert. Er entscheidet selbst, wer vertrauenswürdig ist und wer nicht.

Seine Intelligenz ist rein lösungsorientiert. Er lernt nicht für Leckerlis, sondern weil er eine Aufgabe verstehen will. Diese Eigenständigkeit führt dazu, dass er Kommandos hinterfragt, wenn er deren Sinn nicht einsieht. Er braucht eine Führungspersönlichkeit, die souverän und ruhig agiert. Wer versucht, diesen Hund mit Gewalt oder unnötigem Druck zu erziehen, wird auf Granit beißen oder einen gefährlichen Gegner schaffen.

Ein entscheidender Charakterzug ist die Fähigkeit zur Ruhe nach der Arbeit. Ein ausgelasteter Kuhhund kann stundenlang entspannt auf seinem Platz liegen und dösen. Doch sobald es zur Arbeit geht, schaltet sein Motor von Null auf Hundert. Dieses Temperament erfordert ein hohes Maß an Impulskontrolle vom Besitzer. Er ist ein Hund der Extreme: Extrem arbeitseifrig draußen und extrem wachsam, aber ruhig drinnen.

Trotz seiner Härte ist er im Kern sensibel für die Stimmung seiner Bezugsperson. Er spürt Unsicherheit sofort und wird in solchen Momenten dazu neigen, die Führung selbst zu übernehmen. Er ist kein Hund, der „nebenher“ läuft; er fordert eine mentale Präsenz von seinem Menschen. Sein Wesen ist archaisch und ehrlich – er verstellt sich nicht und ist in seinem Handeln absolut authentisch.


Westerwälder Kuhhund Gesundheit

Gesundheit: Die Robustheit der Leistungszucht

In puncto Gesundheit ist der Westerwälder Kuhhund ein Paradebeispiel für die Vorteile einer reinen Arbeitsselektion. Da die Zucht nie durch Schönheitsideale oder extreme Merkmale korrumpiert wurde, ist er mit einer beneidenswerten Vitalität gesegnet. Erbgutbedingte Krankheiten sind bei diesem Schlag extrem selten. Er ist wetterhart, unempfindlich gegenüber Kälte und Regen und zeigt eine hohe Regenerationsfähigkeit nach körperlicher Anstrengung.

Trotz der allgemeinen Robustheit achten verantwortungsvolle Züchter im Förderverein streng auf die Vermeidung von Hüftgelenksdysplasie (HD). Da der Hund bei der Arbeit am Rind oft springen und abrupt stoppen muss, ist ein gesundes Skelett überlebenswichtig. Die Lebenserwartung liegt bei guter Haltung und Ernährung oft bei 13 bis 15 Jahren, wobei viele Hunde bis ins hohe Alter aktiv bleiben können.

Ein wichtiger gesundheitlicher Aspekt ist die Ernährung in der Wachstumsphase. Da der Kuhhund sehr agil ist, darf er als Welpe nicht zu energiereich gefüttert werden, um ein zu schnelles Knochenwachstum zu vermeiden. Dies beugt späteren Gelenkproblemen vor. Auch die Zahngesundheit sollte im Auge behalten werden, da die Arbeit am Vieh (der „Griff“) die Zähne beanspruchen kann. Eine natürliche Abnutzung ist hier jedoch Teil des Arbeitslebens.

Der MDR1-Gendefekt, der bei vielen Hütehunderassen eine Medikamentenunverträglichkeit verursacht, kommt beim Westerwälder Kuhhund nach aktuellem Kenntnisstand seltener vor als bei Collies, dennoch sollte bei Zuchttieren darauf getestet werden. Insgesamt ist der Kuhhund ein „pflegeleichter“ Patient, der selten den Tierarzt sieht, solange er artgerecht ausgelastet wird. Seine Widerstandskraft ist eines seiner wertvollsten Erbstücke aus der Zeit der Wanderschäferei.

Man sollte zudem auf Parasitenkontrolle achten, da der Hund durch seine Arbeit in Wald und Wiese oft mit Zecken und Milben in Kontakt kommt. Eine natürliche Unterstützung des Immunsystems durch hochwertige Öle und Kräuter reicht oft aus, um die Gesundheit stabil zu halten. Der Westerwälder Kuhhund ist kein „Sorgenkind“, sondern ein Hund, der für das Leben im Freien geschaffen wurde.


Westerwälder Kuhhund Haltung und Erziehung

Haltung und Erziehung: Die Herausforderung der Eigenständigkeit

Die Haltung eines Westerwälder Kuhhundes ist in einer städtischen Umgebung nahezu unmöglich. Er ist ein Hund für das Land, für weite Flächen und für Menschen mit einer klaren Aufgabe. Ein eng besiedeltes Wohngebiet würde seinen Schutztrieb und seine Wachsamkeit überfordern und zu Konflikten mit der Nachbarschaft führen. Er braucht Platz, frische Luft und das Gefühl, ein Territorium zu sichern.

In der Erziehung ist absolute Konsequenz gefragt, gepaart mit einem tiefen Verständnis für die Psychologie eines Arbeitshundes. Du musst lernen, dem Hund den Sinn deiner Kommandos zu vermitteln. „Sitz“ und „Platz“ sind für ihn nur dann relevant, wenn sie in einem funktionalen Kontext stehen. Die Erziehung sollte auf gegenseitigem Respekt basieren. Wenn der Kuhhund dich als souveränen Anführer akzeptiert, wird er dir überallhin folgen.

Die Sozialisierung muss sehr früh und intensiv erfolgen. Da er genetisch auf Misstrauen gegenüber Fremden programmiert ist, muss er lernen, dass Besuche oder Passanten keine Bedrohung darstellen. Ohne diese Arbeit wird er im Erwachsenenalter versuchen, alles und jeden zu kontrollieren. Eine Hundeschule, die Erfahrung mit Herdenschutzhunden oder eigenständigen Hütehunden hat, ist hier Gold wert. Herkömmliche „Sitz-Platz-Fuß“-Kurse langweilen ihn nur.

Ein wesentlicher Teil der Haltung ist das Management seines Triebes. Wenn er keine Rinder zum Treiben hat, wird er sich Ersatzobjekte suchen. Das können Fahrräder, Autos oder rennende Kinder sein. Dies muss von Anfang an unterbunden werden. Die Herausforderung liegt darin, seine Energie in geordnete Bahnen zu lenken, ohne seinen Geist zu brechen. Er ist ein Hund für Kenner, die seine Ecken und Kanten lieben.

Die Fellpflege ist beim Kuhhund unkompliziert. Gelegentliches Bürsten reicht aus, um abgestorbene Haare zu entfernen. Schmutz fällt meist von selbst ab, sobald er getrocknet ist. Wichtiger ist die Kontrolle der Hautfalten und Ohren. In der Haltung ist er anspruchslos, was Komfort betrifft, aber extrem anspruchsvoll, was seine mentale Führung angeht. Wer bereit ist, sich auf diesen Hund einzulassen, muss sein eigenes Leben anpassen.


Westerwälder Kuhhund Aktivitäten

Aktivitäten: Arbeit als Lebenselixier

Für den Westerwälder Kuhhund ist Arbeit kein Hobby, sondern eine Notwendigkeit. Ohne Aufgabe verkümmert sein Geist und er entwickelt Verhaltensauffälligkeiten. Die ideale Aktivität ist und bleibt die Arbeit am Vieh – sei es an Rindern oder einer großen Schafherde. Er liebt es, Distanzen zu überwinden, Tiere zu fixieren und durch Präsenz Ordnung zu schaffen. Die Hütearbeit ist sein genetisches Programm.

Wenn kein Vieh zur Verfügung steht, muss die Ersatzbeschäftigung extrem hochwertig sein. Er ist kein Hund für stupides Bällchenwerfen. Sportarten wie Mantrailing oder die Ausbildung zum Rettungshund kommen seinem Naturell am nächsten, da er hier seine Nase einsetzen und eigenständig Entscheidungen treffen muss. Auch die Fährtenarbeit lastet ihn mental tiefgreifend aus. Er braucht Aufgaben, bei denen er ein Problem lösen muss.

Körperliche Auslastung wie Joggen oder Begleiten am Fahrrad ist eine gute Ergänzung, reicht aber allein niemals aus. Ein Kuhhund kann 20 Kilometer laufen und danach immer noch geistig unterfordert sein. Die Balance zwischen körperlicher Ermüdung und mentaler Befriedigung ist der Schlüssel. Er braucht das Gefühl, gebraucht zu werden. Suchspiele im Wald, bei denen er verloren gegangene Gegenstände finden muss, sind eine hervorragende Alltagsübung.

Zughundesport kann für kräftige Individuen ebenfalls eine Option sein, sofern die Gelenke gesund sind. Wichtig ist bei allen Aktivitäten, dass sie in Ruhe und mit Fokus durchgeführt werden. Ein Kuhhund, der nur „hochgepusht“ wird, wird nervös und unkontrollierbar. Ruheübungen sind daher ein integraler Bestandteil jedes Trainingsprogramms. Seine Aktivitäten sollten immer darauf abzielen, seine Souveränität zu stärken.

Man sollte zudem berücksichtigen, dass er ein Hund für jede Wetterlage ist. Er liebt es, bei Regen, Wind und Schnee draußen zu sein. Wanderungen in unwegsamem Gelände fordern seine Geschicklichkeit und seine Ausdauer. Ein Tag auf der Couch ist für ihn eine Strafe, ein Tag im strömenden Regen auf einer Almwiese ist für ihn das Paradies. Wer diesen Hund hält, muss seine eigene Outdoor-Ausrüstung griffbereit haben.


Westerwälder Kuhhund Ernährung

Ernährung: Kraftstoff für einen Hochleistungsmotor

Die Ernährung eines Westerwälder Kuhhundes sollte so ursprünglich sein wie der Hund selbst. Als reiner Arbeitshund hat er einen hohen Energieumsatz, der durch hochwertige Proteine und gesunde Fette gedeckt werden muss. Wir empfehlen eine getreidefreie Ernährung mit einem Fleischanteil von mindestens 70 %. Muskelfleisch, Innereien und Pansen liefern die Vitamine und Mineralstoffe, die er für seine Zellregeneration benötigt.

Da der Kuhhund zur Gruppe der eher leichtfuttrigen Hunde gehört, muss man auf die Kalorienmenge achten, wenn er gerade nicht aktiv arbeitet. Übergewicht ist das größte Risiko für seine Gelenkgesundheit. Die Rippen sollten jederzeit leicht tastbar sein. Eine Gewichtskontrolle ist besonders im Alter wichtig, wenn der Hund ruhiger wird. In intensiven Arbeitsphasen kann der Fettanteil im Futter erhöht werden, um ausreichend Energie bereitzustellen.

BARF (Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung) ist für viele Halter von Altdeutschen Hütehunden die erste Wahl. Es ermöglicht die genaue Anpassung der Nährstoffe an den aktuellen Arbeitsplan des Hundes. Zusätze wie Omega-3-Fettsäuren aus Lachsöl oder Grünlippmuschelpulver unterstützen die Gelenke und sorgen für ein glänzendes, wetterfestes Fell. Die Ernährung ist bei diesem Hund die Basis für seine beeindruckende Ausdauer.

Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen, da der Kuhhund durch seine hohe Aktivität viel Flüssigkeit verliert. In der Wachstumsphase sollte auf ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis geachtet werden, um Skelettfehlbildungen vorzubeugen. Wir raten davon ab, den Hund direkt vor oder nach intensiver Arbeit zu füttern, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren. Zwei kleinere Mahlzeiten am Tag sind ideal für seine Verdauung.

Leckerlies sollten beim Training sparsam eingesetzt werden und aus getrocknetem Fleisch bestehen. Der Kuhhund ist kein „Futter-Staubsauger“, er schätzt Qualität über Quantität. Eine natürliche Ernährung ohne künstliche Aromastoffe und Konservierungsmittel hält den Hund agil und beugt Allergien vor. Sein Stoffwechsel ist auf Effizienz getrimmt – er macht aus wenig Futter viel Energie.


Westerwälder Kuhhund Besonderheiten

Besonderheiten: Ein genetisches Juwel unter Druck

Die größte Besonderheit des Westerwälder Kuhhundes ist seine Seltenheit. Es gibt weltweit vermutlich weniger als 100 reinrassige Exemplare. Er ist kein Hund, den man im Vorbeigehen kauft; er ist ein Kulturerbe. Eine weitere Besonderheit ist sein spezieller „Griff“. Er wurde darauf selektiert, dem Rind kurz in die Fessel zu zwicken, um es zum Gehen zu bewegen, und sofort wieder loszulassen. Dieser Instinkt ist so tief verankert, dass er oft schon bei Welpen zu beobachten ist.

Interessant ist auch seine Wetterfestigkeit. Das gewellte Haar hat eine selbstreinigende Funktion – Schmutz trocknet einfach ab und fällt heraus. Zudem ist der Kuhhund ein Meister der Energieersparnis. Er kann stundenlang bewegungslos wirken, ist aber bei der kleinsten Veränderung in seiner Umwelt sofort hellwach. Diese Effizienz macht ihn zu einem perfekten Arbeitstier in kargen Regionen.

Die Bezeichnung „Kuhhund“ führt oft zu Verwechslungen mit dem Appenzeller Sennenhund oder anderen Treibhunden. Doch der Westerwälder ist ein eigenständiger altdeutscher Schlag. Seine Stimme ist ebenfalls eine Besonderheit: Er nutzt ein breites Spektrum an Lauten, um mit seinem Hirten zu kommunizieren, bellt aber niemals grundlos. Sein Meldeverhalten ist präzise und zuverlässig. Er ist ein Hund, der durch seine bloße Präsenz beeindruckt.

Eine weitere Besonderheit ist die Varianz im Aussehen. Da Leistung immer vor Optik ging, sieht kein Kuhhund aus wie der andere. Dies sorgt für einen gesunden Genpool und eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensbedingungen. In der heutigen Hundewelt, die oft von Klon-ähnlichen Rassevertretern geprägt ist, ist der Westerwälder Kuhhund ein erfrischendes Beispiel für natürliche Diversität.

Wer einen Kuhhund hält, wird oft auf der Straße angesprochen, was das für ein „schöner Mischling“ sei. Das ist das Schicksal der Altdeutschen Hütehunde. Doch für Kenner ist er ein Symbol für Unabhängigkeit und echte Leidenschaft. Er ist ein Hund für Menschen, die das Unkonventionelle suchen und bereit sind, sich einer Rasse zu verschreiben, die eigentlich nicht in die moderne Stadtlandschaft passt.


Westerwälder Kuhhund Kauf

Kauf: Eine Entscheidung für den Erhalt einer Rasse

Einen Westerwälder Kuhhund zu kaufen, ist ein langwieriger Prozess. Es gibt keine kommerziellen Züchter und keine Anzeigen auf den gängigen Portalen. Der Weg führt ausschließlich über den Förderverein für den Westerwälder Kuhhund oder die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde (AAH). Die Welpen werden bevorzugt an Menschen abgegeben, die dem Hund eine echte Aufgabe bieten können – vorrangig Landwirte und Schäfer.

Wenn du keinen landwirtschaftlichen Betrieb hast, musst du den Züchter davon überzeugen, dass du dem Hund eine adäquate Ersatzbeschäftigung bieten kannst. Sei auf kritische Fragen vorbereitet. Die Züchter wollen sicherstellen, dass ihre Hunde nicht in unpassende Hände geraten und später im Tierheim landen. Der Kaufpreis für einen Welpen liegt meist zwischen 1.200 und 1.600 Euro, was angesichts der Seltenheit und der Aufzuchtkosten sehr moderat ist.

Es ist wichtig, die Elterntiere bei der Arbeit zu sehen. Ein seriöser Züchter wird dir zeigen, wie die Hunde am Vieh agieren. Achte darauf, dass die Welpen gut sozialisiert wurden und bereits unterschiedliche Umweltreize kennenlernen durften. Die Wahl des Züchters ist bei dieser seltenen Rasse Vertrauenssache. Man kauft nicht nur einen Hund, man tritt einer Gemeinschaft von Enthusiasten bei, die sich dem Erhalt eines Kulturgutes verschrieben haben.

Vermeide unbedingt Angebote von Menschen, die „Kuhhunde“ ohne Papiere oder ohne Anbindung an die AAH verkaufen. Oft handelt es sich um Mischlinge, die charakterlich völlig anders sein können. Ein echter Westerwälder Kuhhund hat einen dokumentierten Stammbaum, der seine Abstammung aus den alten Arbeitslinien belegt. Die Verantwortung beim Kauf ist groß, da jedes Tier für den Erhalt des Genpools wichtig ist.

Überlege dir diesen Schritt gut. Ein Westerwälder Kuhhund wird dein Leben für die nächsten 15 Jahre bestimmen. Er ist kein Hund für zwischendurch, sondern ein Partner für das Extreme. Wenn du bereit bist, die Herausforderung anzunehmen, wirst du mit einer Loyalität und einer Arbeitsfreude belohnt, die du bei keiner anderen Rasse finden wirst. Er ist ein Hund für Individualisten, die das Echte suchen.

Der Westerwälder Kuhhund ist eine archaische Kraft aus dem Herzen Deutschlands. Er fordert alles von seinem Besitzer, gibt aber eine unerschütterliche Treue und faszinierende Intelligenz zurück. Wer diesen Weg geht, rettet ein Stück Geschichte.


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