American Foxhound

Ein dreifarbiger American Foxhound steht elegant in einem herbstlichen Wald
Die ultimative Rassebeschreibung: Der American Foxhound
Du suchst einen tiefenentspannten, aber gleichzeitig unermüdlichen Partner für Deine Outdoor-Abenteuer? Ein Haustier, das mit sanftmütigem Blick Dein Herz erobert, aber beim Fährtenlesen zu Höchstformen aufläuft? Der American Foxhound ist ein faszinierender, in Europa jedoch extrem seltener Schatz auf vier Pfoten. In diesem umfassenden Ratgeber erfährst Du alles über die Historie, das anspruchsvolle Wesen und die artgerechte Haltung dieser uramerikanischen Laufhundrasse. So meisterst Du das Zusammenleben mit dem passionierten Jäger perfekt!

Der American Foxhound ist das Paradebeispiel für einen athletischen, unabhängigen und geschichtsträchtigen Laufhund. Wer sich für diese Rasse interessiert, stellt schnell fest, dass diese Tiere weitaus mehr sind als reine Jagdhunde. Sie verkörpern die ungezähmte Natur Nordamerikas und bringen eine Ausdauer mit, die ihresgleichen sucht. Doch genau diese Passion stellt künftige Besitzer vor große Aufgaben. In diesem Artikel beleuchten wir jedes Detail, damit Du genau weißt, ob dieser laufstarke Vierbeiner zu Deinem Lebensstil passt.


American Foxhound Herkunft und Geschichte

Herkunft

Die Entstehungsgeschichte dieser außergewöhnlichen Rasse ist eng mit der Kolonisierung Amerikas und prominenten Gründervätern verknüpft. Im Jahr 1650 brachte der Engländer Robert Brooke die ersten britischen Laufhunde über den Atlantik nach Maryland. Diese Hunde bildeten das Fundament für viele amerikanische Schweiß- und Laufhundrassen. Über die folgenden Jahrzehnte hinweg kreuzten die Siedler diese Importe mit französischen Laufhunden, die unter anderem von George Washington geschätzt und gezüchtet wurden, sowie mit flinken irischen Hound-Linien.

Das primäre Zuchtziel bestand darin, einen Hund zu erschaffen, der perfekt an das weite, raue und dichte Terrain der amerikanischen Wildnis angepasst war. Der klassische englische Foxhound war für die gigantischen Distanzen und die Schnelligkeit der amerikanischen Füchse schlichtweg zu schwerfällig. Durch die gezielte Selektion auf Schnelligkeit, Leichtigkeit und einen hochentwickelten Geruchssinn entstand schließlich der American Foxhound. Er wurde zu einem unersetzlichen Nutzhund für die berittene Meutejagd. Bereits im Jahr 1886 wurde die Rasse offiziell vom American Kennel Club anerkannt. Obwohl er im US-Bundesstaat Virginia sogar zum offiziellen State Dog ernannt wurde, blieb er außerhalb seiner Heimat bis heute ein seltener Exot. In Europa sieht man ihn aufgrund seiner hochspezialisierten jagdlichen Veranlagung nur sehr selten in privater Hand.

Die Evolution des Hounds im 18. und 19. Jahrhundert war stark von geografischen Bedingungen geprägt. Während im flachen Süden Virginia-Hunde auf Schnelligkeit für offene Landschaften selektiert wurden, brauchte man in den bergigen Regionen ausdauernde Kletterer mit tieferer Stimme. Diese Zuchtlinien flossen über Generationen zusammen. So entstand ein extrem funktionaler Vierbeiner, dessen Genpool bis heute von Erbkrankheiten verschont blieb, weil ausschließlich die Leistungsfähigkeit im Fokus stand. Wer einen solchen Hund heute besitzt, hält ein lebendes Stück amerikanischer Pioniergeschichte an der Leine.

Ein oft übersehener Aspekt der Historie ist die Rolle der französischen Laufhunde, die der Marquis de Lafayette im Jahr 1785 an George Washington verschenkte. Diese Grand Bleu de Gascogne Kreuzungen brachten die nötige Knochenstärke und den tieferen, weithin hörbaren Spurlaut in die Rasse ein. Der American Foxhound unterscheidet sich genau durch diese französische Note in seiner sprichwörtlichen Eleganz und Leichtigkeit von seinem rein britischen Vorfahren, was ihn im dichten Unterholz wendiger macht.


American Foxhound Aussehen und Rassestandard

Aussehen

Wenn Du den American Foxhound betrachtest, fällt Dir sofort seine feingliedrige, aber dennoch extrem muskulöse und harmonische Silhouette ins Auge. Er wirkt im direkten Vergleich zum stämmigen englischen Verwandten deutlich hochbeiniger, schlanker und eleganter. Ein ausgewachsener Rüde erreicht eine stattliche Widerristhöhe von 56 bis 64 Zentimetern, während Hündinnen mit 53 bis 61 Zentimetern etwas kleiner bleiben. Das Idealgewicht bewegt sich in einem Rahmen von 25 bis 34 Kilogramm, was seine athletische Leichtigkeit unterstreicht.

Der Kopf ist verhältnismäßig lang mit einem leicht gewölbten Hinterhauptbein und einem moderat ausgeprägten Stop. Besonders markant sind die großen, weit auseinanderliegenden Augen. Sie strahlen in warmen Braun- oder Haselnusstönen und verleihen dem Hund einen sanften, fast schon bittenden und melancholischen Ausdruck. Die tief angesetzten, langen Ohren sind dünn und fallen elegant in sanften Falten dicht am Kopf herab. Das Fell ist kurz, extrem dicht und von einer harten, wetterbeständigen Textur, die den Hund im dichten Unterholz optimal vor Verletzungen schützt. Farblich ist beim American Foxhound laut Rassestandard absolut jede Nuance erlaubt. Am häufigsten anzutreffen sind jedoch die klassischen dreifarbigen Kombinationen aus Weiß, Schwarz und Lohfarben (Tricolor) sowie wunderschöne zweifarbige Varianten. Die Rute wird fröhlich mit einem leichten Schwung nach oben getragen, ohne sich jemals über den Rücken zu ringeln.

Ein genauerer Blick auf die Anatomie offenbart die pure Optimierung auf Ausdauerlauf. Der Brustkorb ist extrem tief, um Lunge und Herz maximalen Raum zur Sauerstoffaufnahme während stundenlanger Hetzjagden zu bieten. Die Lendenpartie ist leicht gewölbt und extrem kräftig, was dem Hund einen enormen Vortrieb im Galopp verleiht. Seine Vorderläufe stehen schnurgerade und sind mit runden, katzenartigen Pfoten ausgestattet, die über dicke, harte Ballen verfügen. Diese Pfotenform dämpft Stöße auf hartem Boden perfekt ab und schützt vor frühzeitigem Gelenkverschleiß.

Im Gegensatz zu Showschnauzen zeigt die Fangpartie des Hounds eine beachtliche Breite, die Platz für ein kräftiges Scherengebiss und große Riechzellen bietet. Die Haut liegt am gesamten Körper relativ straff an, bildet jedoch an Hals und Kehle minimale, rassetypische Falten, die als Schutz vor Bissen im dichten Gestrüpp dienen. Seine gesamte Erscheinung strahlt Schnelligkeit aus, ohne dabei fragil zu wirken, was ihn optisch von reinen Windhunden deutlich abhebt.


American Foxhound Charakter und Jagdtrieb

Charakter

Das Wesen des Hundes offenbart einen faszinierenden Kontrast. Im Haus und im Kreis seiner vertrauten Familie zeigt sich der American Foxhound als ein unglaublich sanftmütiger, geduldiger und anhänglicher Begleiter. Er liebt die Nähe zu seinen Menschen und geht mit Kindern ausgesprochen liebevoll und tolerant um. Aggressionen sind dieser Rasse völlig fremd. Fremden Menschen gegenüber verhält er sich in der Regel freundlich, distanziert oder schlichtweg desinteressiert – als Wachhund eignet er sich daher aufgrund seiner Gutmütigkeit überhaupt nicht. Er wird einen Eindringling zwar lautstark ankündigen, ihn danach aber vermutlich freundlich begrüßen.

Sobald der Hund jedoch die Haustür nach draußen durchschreitet, schaltet sein Gehirn augenblicklich in den Arbeitsmodus. Als jahrhundertelang selektierter Meutehund besitzt er eine unbändige Passion für Gerüche und eine enorme Selbstständigkeit. Er wurde darauf gezüchtet, kilometerweit vor dem Jäger autarke Entscheidungen zu treffen und Fährten kompromisslos zu verfolgen. Das bedeutet für Dich: Eine enorme Willensstärke und eine gewisse Sturheit gehören fest zu seiner Persönlichkeit. Er ist kein Kadavergehorsam-Hund, der nur darauf wartet, Befehle auszuführen. Zudem besitzt er eine ausgeprägte soziale Ader gegenüber Artgenossen. Da er für das Leben in der Meute geschaffen wurde, ist er im Umgang mit anderen Hunden extrem verträglich, leidet allerdings auch sehr schnell unter Einsamkeit, wenn er als Einzelhund gehalten wird. Ein weiteres rassetypisches Merkmal ist das melodische, extrem laute und weithin hörbare „Baying“ – ein tiefer, heulender Spurlaut, den er beim Verfolgen einer Fährte oder bei Frustration ausstößt.

Diese extreme Verträglichkeit mit Artgenossen macht ihn zu einem wunderbaren Zweit- oder Dritthund. In einer Gruppe zeigt er kaum territoriales Verhalten oder Futterneid, da das Teilen in der Meute über Jahrhunderte überlebenswichtig war. Allerdings bedeutet diese Rudelorientierung auch, dass er die Isolation hasst. Ihn für acht Stunden allein in der Wohnung zu lassen, grenzt bei dieser Rasse an seelische Grausamkeit. Er neigt dann zu lautstarkem Dauergeheul, das Deinen Nachbarn die Tränen in die Augen treiben wird.

Seine Unabhängigkeit darf niemals mit Dummheit verwechselt werden. Ein American Foxhound begreift Kommandos blitzschnell, wiegt jedoch im Bruchteil einer Sekunde ab, ob der Gehorsam ihm einen größeren evolutionären Vorteil bringt als das Verfolgen der frischen Wildschweinfährte. Er besitzt einen ausgeprägten Eigensinn, der von seinem Besitzer viel Humor, unendliche Geduld und kreative Motivationsstrategien verlangt. Wer einen unterwürfigen Befehlsempfänger sucht, wird mit dieser Rasse garantiert unglücklich.


American Foxhound Gesundheit und Krankheiten

Gesundheit

Glücklicherweise gehört der American Foxhound zu den ursprünglichsten und robustesten Hunderassen überhaupt. Da er über Jahrhunderte hinweg rein auf Leistung, Ausdauer und Funktionalität selektiert wurde, blieb er von den negativen Auswüchsen der modernen Schönheitszucht weitestgehend verschont. Erbkrankheiten sind bei diesem agilen Laufhund erfreulich selten. Dennoch gibt es einige gesundheitliche Aspekte, die Du als verantwortungsvoller Halter unbedingt im Auge behalten musst.

Wie bei fast allen größeren Hunderassen kann auch hier in seltenen Fällen eine Hüftgelenksdysplasie (HD) auftreten. Seriöse Züchter lassen die Elterntiere vor dem Deckeinsatz daher immer röntgen. Eine rassetypische Besonderheit ist die sogenannte Thrombozytopathie. Hierbei handelt es sich um eine erbliche Störung der Blutplättchenfunktion, die zu einer beeinträchtigten Blutgerinnung führt. Schon kleine Verletzungen können dadurch langanhaltende Blutungen verursachen. Ein Gentest kann Klarheit darüber verschaffen, ob ein Hund betroffen ist. Zudem erfordern die langen Schlappohren regelmäßige Aufmerksamkeit. Durch das feuchtwarme Klima im Gehörgang siedeln sich dort leicht Hefepilze und Bakterien an, was zu schmerzhaften Ohrentzündungen können kann. Aufgrund seines enormen Appetits neigt der American Foxhound bei Bewegungsmangel extrem schnell zu Übergewicht, was wiederum die Gelenke belastet. Die Lebenserwartung liegt bei guter Pflege und artgerechter Auslastung bei beachtlichen 11 bis 13 Jahren.

Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt bei solch tiefbrüstigen Hunderassen ist das Risiko einer Magendrehung. Dieses akute, lebensbedrohliche Krankheitsbild entsteht, wenn der Magen sich um die eigene Achse dreht und die Blutzufuhr abschneidet. Um dem vorzubeugen, sind strikte Ruhepausen nach der Fütterung unerlässlich. Auch Herzerkrankungen wie die dilatative Kardiomyopathie kommen in extrem seltenen Fällen vor, weshalb regelmäßige tierärztliche Check-ups inklusive Abhören des Herzens zum Standardprogramm gehören sollten.

Die harten Ballen des Hounds sind zwar extrem widerstandsfähig, bedürfen nach Läufen auf rauem Terrain oder im Winter bei Streusalz jedoch einer intensiven Pflege. Risse in den Ballen können sich schnell entzünden und den Hund wochenlang lahmlegen. Eine regelmäßige Kontrolle auf eingefahrene Dornen oder Splitter nach jedem Waldausflug schützt Deinen sportlichen Begleiter vor chronischen Schmerzen und langwierigen Tierarztbesuchen.


American Foxhound Haltung, Erziehung und Jagdtriebkontrolle

Haltung und Erziehung

Die Haltung eines solchen Spezialisten ist definitiv nichts für Couchpotatoes oder Großstadt-Appartements. Der American Foxhound benötigt Platz, idealerweise ein großes, ländliches Grundstück mit einem absolut ausbruchssicheren und hohen Zaun. Unterschätze niemals seinen Jagdtrieb: Wittert er eine interessante Fährte, überwindet er problemlos auch höhere Barrieren. Eine reine Wohnungshaltung in der Stadt wird diesem Bewegungstalent in keiner Weise gerecht und führt unweigerlich zu chronischer Unterforderung, Zerstörungswut und Dauergeheul.

Wichtiger Hinweis zur Haltung: Wegen seiner tief verwurzelten Meute-Vergangenheit ist eine dauerhafte Haltung als Einzelhund oft problematisch. Er blüht erst so richtig auf, wenn er mindestens einen weiteren Hund an seiner Seite hat oder extrem eng in das tägliche Familienleben integriert wird.
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Bei der Erziehung stoßen Anfänger aufgrund des unabhängigen Charakters schnell an ihre Grenzen. Der American Foxhound lernt zwar schnell, hinterfragt Sinn und Zweck eines Kommandos jedoch pausenlos. Absolute Konsequenz gepaart mit liebevoller Geduld und positiver Verstärkung sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Druck, Härte oder lautes Schimpfen bewirken bei diesem sensiblen Hund das genaue Gegenteil – er schaltet dann komplett stur. Das wichtigste Trainingsziel von Welpenbeinen an ist der verlässliche Rückruf. Du musst Dir jedoch darüber im Klaren sein, dass ein freies Laufenlassen in wildreichen Gebieten aufgrund des extremen Jagdtriebs oft ein Leben lang unmöglich bleibt. Die Schleppleine wird daher Dein dauerhafter Begleiter auf Spaziergängen sein.

Ein entscheidender Faktor bei der Erziehung ist die Frustrationstoleranz. Da der Hound darauf selektiert wurde, Reizen bedingungslos zu folgen, muss er von klein auf lernen, Reize auszuhalten. Impulskontrollspiele, bei denen er trotz fliegender Bälle oder plötzlicher Bewegungen im Platz bleiben muss, sind für seine geistige Reife wichtiger als das stupide Erlernen von „Sitz“ und „Platz“. Ein Hund, der seine Impulse kontrollieren kann, lässt sich auch im Wald in brenzligen Situationen leichter korrigieren.

Die Sozialisierung mit anderen Haustieren, insbesondere Katzen oder Kleintieren, muss im Welpenalter mit äußerster Sorgfalt erfolgen. Aufgrund seines tief verankerten Beutefangverhaltens wird ein ungenügend sozialisierter American Foxhound die Familienkatze außerhalb des Hauses gnadenlos jagen. Drinnen kann mit viel Geduld eine friedliche Koexistenz erreicht werden, doch draußen greifen die alten Instinkte des Jägers, weshalb hier lebenslange Vorsicht und Management gefragt sind.


American Foxhound Aktivitäten und Hundesport

Aktivitäten

Der Drang nach Bewegung liegt dem American Foxhound im Blut. Spaziergänge an der kurzen Leine um den Wohnblock herum sind für ihn eine reine Beleidigung. Dieser Hund wurde dafür geschaffen, den ganzen Tag im gestreckten Galopp Kilometer zu fressen. Wenn Du ihn nicht jagdlich führst, musst Du für adäquate Alternativen sorgen, um seine unbändige Energie in geordnete Bahnen zu lenken. Er ist der geborene Begleiter für passionierte Marathonläufer, Trailrunner oder aktive Radfahrer. Erst bei ausgedehnten, stundenlangen Touren im zügigen Tempo kommt er körperlich auf seine Kosten.

  • Mantrailing und Fährtenarbeit: Die Königsdisziplin für den Ausnahmeschnüffler. Hier kann er seine exzellente Nase naturnah einsetzen.
  • Zielobjektsuche (ZOS): Eine hervorragende Möglichkeit, den klugen Kopf des Hundes im Haus oder Garten geistig auszulasten.
  • Dummyarbeit: Bringt spielerisch Apportieren und Nasenarbeit zusammen und stärkt Eure Bindung.
  • Canicross: Der gemeinsame Zughundesport im Gelände schweißt Mensch und Hund perfekt zusammen.

Neben der rein körperlichen Auslastung ist die mentale Stimulation elementar wichtig. Suchspiele im Wald, bei denen er versteckte Gegenstände oder Leckerlis aufspüren muss, ermüden ihn geistig weitaus effektiver als reines kilometerweites Laufen. Denke immer daran: Ein müder Foxhound ist ein glücklicher und absolut tiefenentspannter Mitbewohner im Haus. Ein unterforderter Foxhound hingegen wird Dein Mobiliar umgestalten und Nachbarn mit seinem durchdringenden Geheul belästigen.

Zughundesportarten wie Bikejöring oder Dogscooting sind ebenfalls fantastische Methoden, um dem enormen Laufbedürfnis des Hounds gerecht zu werden. Da er eine angeborene Neigung zum Ziehen in der Meute besitzt, begreift er diese Sportarten extrem schnell. Der Vorteil für Dich: Der Hund ist fest an einem ergonomischen Zuggeschirr gesichert, was Dir trotz seines Jagdtriebs die volle Kontrolle im Wald ermöglicht, während der Hund sich physisch voll verausgaben kann.

Vergiss jedoch nicht, Ruhezeiten aktiv in das Programm einzubauen. Ein Hund, der pausenlos hochgepowert wird, mutiert schnell zum nimmersatten „Adrenalin-Junkie“. Das Erlernen von gezielten Ruhephasen – zum Beispiel auf einer Decke im Wald – ist genauso wichtig wie der Hundesport selbst. Nur so verhinderst Du, dass Du Dir einen hyperaktiven Hund heranzüchtest, der niemals zur Ruhe kommt.


American Foxhound Ernährung und Fütterungstabelle

Ernährung

Die Ernährung des lauffreudigen Vierbeiners orientiert sich stark an seinem individuellen Aktivitätsgrad. Ein Hund, der täglich mehrere Stunden sportlich oder jagdlich aktiv ist, benötigt ein Futter mit einer höheren Energiedichte, einem moderaten Fettanteil und einem hohen Anteil an hochwertigem, tierischem Protein. Arbeitet der Hund gerade weniger, muss die Energiezufuhr sofort drastisch gedrosselt werden. Der American Foxhound leidet unter einer rassetypischen Verfressenheit; er kennt beim Fressen kein Sättigungsgefühl und mutiert schnell zum geschickten Küchendieb.

Nährstoff / Komponente Bedeutung für den American Foxhound
Hochwertiges Fleisch Liefert essentielle Aminosäuren für den Erhalt der enormen Muskelmasse.
Gesunde Fette (z.B. Lachsöl) Unterstützen die Gelenkgesundheit und sorgen für ein glänzendes, dichtes Fell.
Portionskontrolle Zwingend erforderlich, um Übergewicht und die damit verbundene Gelenkbelastung zu verhindern.
Ruhezeiten nach dem Fressen Schützt vor der lebensgefährlichen Magendrehung, die bei tiefbrüstigen Rassen vorkommen kann.

Egal ob Du Dich für hochwertiges Trockenfutter, saftiges Nassfutter oder die Rohfütterung (BARF) entscheidest: Der Hauptbestandteil im Napf sollte immer transparent deklariertes Fleisch sein. Auf künstliche Zusatzstoffe, Zucker oder billige Getreidefüllstoffe solltest Du verzichten. Da Laufhunde aufgrund ihres tiefen Brustkorbs ein gewisses Risiko für eine lebensgefährliche Magendrehung aufweisen, solltest Du die Tagesration unbedingt auf zwei Mahlzeiten aufteilen. Nach dem Fressen gilt eine strikte Ruhepause von mindestens zwei Stunden – wildes Toben oder Sport sind dann absolut tabu.

Besonders im Wachstum ist auf ein ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis zu achten. Wächst der großrahmige Junghund aufgrund eines zu energiereichen Welpenfutters zu schnell, riskierst Du irreparable Schäden am Knorpel- und Knochenapparat. Lass Dich im Zweifel von einem spezialisierten Ernährungsberater für Hunde unterstützen, um die Wachstumskurve Deines Welpen optimal zu überwachen.

Da Hounds im Alter aufgrund nachlassender Aktivität stark zu Übergewicht neigen, muss die Ernährung im Seniorenalter konsequent angepasst werden. Ballaststoffreiche Zusätze wie geraspelte Möhren oder Flohsamenschalen helfen, das Sättigungsgefühl aufrechtzuerhalten, ohne den Hund mit unnötigen Kalorien zu belasten. Ein schlanker Hund hat eine deutlich höhere Lebenserwartung und bleibt bis ins hohe Alter agil.


American Foxhound Besonderheiten und Spurlaut

Besonderheiten

Die faszinierendste Besonderheit des American Foxhound ist ohne Zweifel seine unnachahmliche Stimme. Hounds bellen nicht einfach – sie singen, heulen und „bayen“. Dieser tiefe, melodische Klang wurde züchterisch gefördert, damit der Jäger im dichten Wald auch über kilometerweite Entfernungen genau hören konnte, wo sich seine Meute gerade befindet und ob sie eine Fährte aufgenommen hat. Im Wohngebiet kann dieses exzessive Gesangstalent allerdings schnell zu massiven Konflikten mit den Nachbarn führen. Das sollte Dir vor der Anschaffung bewusst sein.

Eine weitere Besonderheit ist seine extreme Seltenheit außerhalb der USA. Wer sich in Europa für diese Rasse entscheidet, erwirbt ein echtes Unikat. Das bedeutet aber auch, dass es so gut wie keine spezifische Community oder schnelle Hilfe vor Ort gibt. Seine Unabhängigkeit wird zudem oft fälschlicherweise als Dummheit oder mangelnde Lernbereitschaft interpretiert. Das Gegenteil ist der Fall: Der American Foxhound ist extrem intelligent. Er wägt lediglich ab, ob sich das Ausführen Deines Kommandos für ihn im Moment lohnender darstellt als die spannende Fährte des Feldhasen, die ihm gerade in die Nase steigt. Diese kynologische Eigenheit erfordert viel Humor und Gelassenheit auf Deiner Seite.

Auch die sprichwörtliche „Spurtreue“ sucht ihresgleichen. Einmal auf einer Fährte angesetzt, blendet dieser Hund seine gesamte Umwelt komplett aus. Weder Rufe, Pfeifen noch visuelle Reize dringen dann zu ihm durch. Dieses Phänomen nennt man „Geruchsblindheit“ gegenüber der Außenwelt. Es erfordert ein extrem vorausschauendes Handeln des Besitzers, da der Hund in diesem Zustand auch Gefahren wie fahrende Autos oder Bahngleise völlig übersieht.

Darüber hinaus besitzen sie eine faszinierende Fähigkeit zur Wettervorhersage anhand von Gerüchen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder kurz vor Regenschauern verändert sich das Sinken der Geruchspartikel am Boden. Ein erfahrener Hound-Besitzer erkennt am veränderten Suchverhalten seines Hundes sofort, ob das Wetter umschlägt. Diese feinen Antennen für die Natur machen die Arbeit mit dem Vierbeiner zu einem unvergesslichen Erlebnis für jeden echten Naturfreund.


American Foxhound Welpen kaufen und Züchterauswahl

Kauf

Wenn Du Dich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen hast, einem American Foxhound ein artgerechtes Zuhause zu schenken, beginnt die eigentliche Herausforderung: Die Suche nach einem seriösen Züchter. Da die Rasse in Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum vertreten ist, gibt es im VDH oder den jeweiligen nationalen Dachverbänden oft jahrelang keinen einzigen gemeldeten Wurf. Du musst Dich daher darauf einstellen, Kontakt zu Züchtern im Ausland aufzunehmen – vorzugsweise in den USA, Großbritannien oder skandinavischen Ländern – und lange Wartezeiten sowie bürokratische Importbestimmungen in Kauf zu nehmen.

Achte beim Kauf penibel darauf, dass der Züchter einer offiziellen Organisation angehört, die der FCI (Fédération Cynologique Internationale) angeschlossen ist. Lass Dir die Gesundheitsauswertungen der Elterntiere bezüglich Hüftdysplasie und den Blutgerinnungstests (Thrombozytopathie) lückenlos vorlegen. Ein seriöser Züchter wird Dir zudem viele Fragen zu Deinem Wohnumfeld, Deiner Hundeerfahrung und Deinen Plänen zur Auslastung stellen – einfach weil ihm das Wohl seiner Welpen am Herzen liegt. Die Kosten für einen Welpen aus einer kontrollierten Zucht liegen meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro, zuzüglich der nicht unerheblichen Transport- und Importkosten. Alternativ lohnt sich immer ein Blick auf spezialisierte Tierschutzorganisationen wie „Hounds in Not“. Oft suchen dort auch erwachsene Laufhunde oder charmante Foxhound-Mischlinge, die aus Jagdauflösungen stammen, sehnsüchtig nach einem neuen, aktiven Wirkungskreis.

Falle niemals auf vermeintliche Schnäppchenangebote auf Online-Marktplätzen herein. Da die Rasse so selten ist, handelt es sich bei billigen Welpen ohne Papiere fast immer um illegale Welpenimporte aus osteuropäischen Vermehrerstationen („Puppy Mills“). Diese Hunde sind oft schwer traumatisiert, krank und nicht sozialisiert. Wer dort kauft, unterstützt Tierleid und zahlt das gesparte Geld später dreifach beim Tierarzt oder Hundetrainer drauf.

Bereite Dich auch mental auf den Importprozess vor. Ein Welpe aus dem Ausland darf je nach den aktuellen Tollwut-Bestimmungen oft erst im Alter von 15 Wochen nach Deutschland einreisen. Diese wichtige Phase der frühen Sozialisierung verbringt der Hund also noch beim Züchter. Umso wichtiger ist es, dass Du einen Züchter wählst, dem Du blind vertrauen kannst und der den Welpen in diesen prägenden Wochen bereits optimal auf Umwelteindrücke, Menschen und Geräusche vorbereitet.


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