Rottweiler

Ein majestätischer Rottweiler sitzt ruhig im sonnigen Garten.
Die wichtigste Frage vorab:
Du suchst einen loyalen Wächter mit einem Herz aus Gold, der Kraft und Gelassenheit vereint? Der Rottweiler ist ein beeindruckendes Kraftpaket – doch hast Du die Souveränität und Zeit, um diesem anspruchsvollen Arbeitshund gerecht zu werden?

Der Rottweiler zählt zu den ältesten und imposantesten Hunderassen Deutschlands. Wer einen Rottweiler Welpen in seine Familie aufnimmt, entscheidet sich für einen Partner, der bedingungslose Treue und Schutz bietet. Diese Hunderasse wird oft aufgrund ihrer massiven Erscheinung missverstanden, doch unter der muskulösen Fassade verbirgt sich ein friedliches und freundliches Wesen. In diesem Ratgeber erfährst Du alles über die Haltung, die Gesundheit und die Erziehung dieses geschichtsträchtigen Diensthundes, damit Dein „Rotti“ ein glückliches und ausgeglichenes Leben führen kann.


Rottweiler Herkunft

Herkunft

Die Wurzeln des Rottweilers reichen bis in die Römerzeit zurück. Die Vorfahren dieser Hunde begleiteten die römischen Legionen über die Alpen. Ihre Aufgabe war es, das Vieh zu treiben und die Menschen zu bewachen. In der Region um die ehemalige Reichsstadt Rottweil vermischten sich diese römischen Hirtenhunde mit einheimischen Hunden. So entstand der „Rottweiler Metzgerhund“, der von Fleischern gezüchtet wurde, um Viehherden zu treiben und den Besitz seines Herrn auf dem Weg zum Markt zu verteidigen.

Im Mittelalter war der Rottweiler als Arbeitstier unverzichtbar. Die Metzger banden ihren Hunden oft das Geld für den Viehverkauf in Lederbeuteln um den Hals, da kein Dieb es wagte, sich einem dieser wehrhaften Tiere zu nähern. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und neuer Transportmöglichkeiten für Vieh verlor die Rasse fast ihre Existenzgrundlage. Doch die kynologische Rettung kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als man die Eignung des Rottweilers als Polizeihund erkannte. 1910 wurde er offiziell als Diensthund anerkannt.

Im Jahr 1921 wurde der Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub (ADRK) e.V. gegründet, der bis heute die strengen Zuchtrichtlinien weltweit beeinflusst. Das Ziel des ADRK war es, einen Hund zu schaffen, der körperlich leistungsfähig ist, ohne seinen freundlichen Grundcharakter zu verlieren. Heute ist der Rottweiler weltweit als Schutzhund, Rettungshund und Familienbegleiter geschätzt, wobei seine historische Rolle als mutiger Beschützer von Hab und Gut tief in seinen Genen verankert bleibt.


Rottweiler Aussehen

Aussehen

Das Aussehen des Rottweilers strahlt pure Kraft und Stabilität aus. Er ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, dessen Körperbau weder plump noch leichtfüßig wirkt. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von bis zu 68 cm und wiegen etwa 50 Kilogramm. Hündinnen sind mit bis zu 63 cm und etwa 42 Kilogramm etwas zierlicher, aber dennoch sehr muskulös. Sein massiver Kopf mit der breiten Stirn und den kräftigen Kiefern ist das Markenzeichen der Rasse.

Das Fell des Rottweilers besteht aus Deckhaar und Unterwolle (Stockhaar). Es ist kurz, derb und liegt fest an. Farblich gibt es beim Rottweiler keine Kompromisse: Er ist immer Schwarz mit scharf abgegrenzten, satt rotbraunen Abzeichen (Brand). Diese befinden sich an den Backen, am Fang, an der Kehlunterseite, an der Brust und den Läufen sowie über den Augen. Ein kleiner weißer Brustfleck ist laut Standard nicht erwünscht, kommt aber gelegentlich vor.

Die Ohren sind mittelgroß, hängend und dreieckig, was dem Kopf optisch mehr Breite verleiht. Die Augen sind mandelförmig und von tiefbrauner Farbe, was dem Hund einen treuen und ruhigen Ausdruck verleiht. Die Rute ist naturbelassen und wird in der Verlängerung der Rückenlinie getragen. Früher wurde sie kupiert, was heute glücklicherweise verboten ist. In der Bewegung zeigt der Rottweiler einen kraftvollen, raumgreifenden Trab, der seine enorme Leistungsfähigkeit unterstreicht.


Rottweiler Charakter

Charakter

Beim Charakter des Rottweilers scheiden sich oft die Geister, doch Kenner wissen: Er ist von Grund auf freundlich und friedlich. Er ist kinderliebend und sehr anhänglich. Sein Wesen ist geprägt von einer hohen Nervenstärke und einer gewissen Gelassenheit. Ein gut sozialisierter Rottweiler lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Er beobachtet seine Umwelt aufmerksam und reagiert erst, wenn er eine echte Bedrohung für sein „Rudel“ erkennt.

Innerhalb der Familie ist er ein loyaler Begleiter, der am liebsten immer dabei ist. Er besitzt einen ausgeprägten Schutztrieb, den man jedoch nicht fördern muss, da er instinktiv vorhanden ist. Er ist selbstsicher und unerschrocken. Ein kleiner Nachteil kann sein Hang zur Dominanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen sein, wenn die Erziehung nicht konsequent war. Er braucht eine klare Führung, an der er sich orientieren kann, um seine sanfte Seite voll auszuleben.

Oft wird der Rottweiler als stur bezeichnet. Das liegt an seiner hohen Intelligenz; er hinterfragt Kommandos, wenn er keinen Sinn darin sieht oder die Bindung zum Halter nicht stimmt. Er ist ein Arbeitshunde-Typ, der eine Aufgabe braucht. Ohne Beschäftigung kann er dazu neigen, sein Territorium übermäßig zu kontrollieren. Seine hohe Reizschwelle macht ihn jedoch zu einem idealen Begleiter für aktive Menschen, die einen verlässlichen und mental stabilen Hund suchen.


Rottweiler Gesundheit

Gesundheit

Die Gesundheit des Rottweilers ist aufgrund seiner Größe und Masse ein wichtiges Thema. Wie viele schwere Rassen neigt er zu Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED). Diese Gelenkerkrankungen können zu schmerzhafter Arthrose führen. Deshalb ist es beim Kauf eines Welpen unerlässlich, auf die Gesundheitszertifikate der Elterntiere zu achten. Ein verantwortungsvoller Züchter lässt seine Hunde vor dem Zuchteinsatz röntgen.

Ein weiteres gesundheitliches Risiko ist die Herzmuskelschwäche (DCM) sowie die Gefahr von Osteosarkomen (Knochenkrebs). Auch Kreuzbandrisse kommen aufgrund der hohen Gewichtsbelastung häufiger vor. Da Rottweiler sehr gierige Esser sind, besteht ein erhöhtes Risiko für eine lebensbedrohliche Magendrehung. Achte darauf, dass Dein Hund nach den Mahlzeiten eine Ruhepause einlegt und nicht wild spielt oder rennt. Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt sind sicherer als eine große.

Die Lebenserwartung eines Rottweilers liegt bei etwa 8 bis 10 Jahren. Um diese Jahre gesund zu gestalten, ist eine regelmäßige Vorsorge beim Tierarzt Pflicht. Übergewicht ist der größte Feind seiner Gelenke und seines Herzens. Eine schlanke Figur verlängert sein Leben signifikant. Achte zudem auf die Zähne, da schwere Hunde oft zu Zahnstein neigen. Mit der richtigen Pflege und einer genetisch gesunden Basis aus einer ADRK-Zucht hast Du die besten Chancen auf ein langes gemeinsames Leben.


Rottweiler Haltung und Erziehung

Haltung und Erziehung

Die Haltung eines Rottweilers erfordert Platz und Zeit. Er ist kein Hund für eine kleine Stadtwohnung im vierten Stock ohne Aufzug, da das Treppensteigen seine Gelenke schädigt. Ein Haus mit einem sicher eingezäunten Garten ist ideal, da er gerne draußen liegt und sein Revier im Blick behält. Wichtig ist jedoch der Familienanschluss; ein Rottweiler, der im Zwinger isoliert wird, verkümmert seelisch und kann Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.

In der Erziehung ist Konsequenz das wichtigste Schlagwort. Du musst für Deinen Rottweiler eine vertrauenswürdige Führungsperson sein. Härte oder Gewalt sind absolut kontraproduktiv und zerstören die Bindung. Er reagiert hervorragend auf positive Verstärkung und klare Regeln. Die Sozialisierung muss im Welpenalter beginnen, damit er lernt, neutral auf Fremde, andere Tiere und Umweltreize zu reagieren. Der Besuch einer guten Hundeschule ist für Erstbesitzer fast unumgänglich.

In einigen Bundesländern steht der Rottweiler auf der Liste der potenziell gefährlichen Hunde. Das bedeutet, dass Du eventuell einen Wesenstest absolvieren oder eine erhöhte Hundesteuer zahlen musst. Informiere Dich vorab über die lokalen Bestimmungen. Ein gut erzogener Rottweiler, der den Wesenstest bestanden hat, ist ein Vorzeigehund, der beweist, dass „Listenhunde“ bei richtiger Führung fantastische Begleiter sind. Er braucht einen Halter, der ruhig, besonnen und physisch in der Lage ist, ihn zu halten.


Rottweiler Aktivitäten

Aktivitäten

Ein Rottweiler ist ein Kraftpaket, das ausgelastet werden will. Er ist ein klassischer Gebrauchshund und liebt es, Aufgaben zu erfüllen. Der Vielseitigkeitssport (IGP) mit Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst ist für viele Rottweiler die ideale Beschäftigung. Hier können sie ihre Intelligenz und ihre physische Kraft unter Beweis stellen. Aber auch Mantrailing oder die Ausbildung zum Rettungshunde liegen dieser Rasse sehr.

Neben dem Sport sind tägliche ausgiebige Spaziergänge Pflicht. Er ist kein Hund für Marathonläufer, aber er liebt lange Wanderungen in moderatem Tempo. Aufgrund seiner Masse solltest Du Sportarten mit vielen engen Wendungen und Sprüngen (wie Agility) eher meiden, um die Gelenke zu schonen. Nasenarbeit ist eine großartige Möglichkeit, ihn im Kopf müde zu machen, ohne den Körper zu überlasten. Ein ausgelasteter Rottweiler ist im Haus ein extrem ruhiger und angenehmer Mitbewohner.

Achte darauf, Deinem Hund auch Ruhepausen zu gönnen. Da er sehr arbeitswillig ist, neigt er dazu, sich zu übernehmen. Schwimmen ist eine hervorragende, gelenkschonende Aktivität für den Sommer. Er spielt auch gerne mit Artgenossen, wobei man aufgrund seiner Kraft immer ein Auge darauf haben sollte, dass das Spiel nicht zu grob wird. Die Mischung aus geistiger Forderung und körperlicher Bewegung macht den Rottweiler zu einem ausgeglichenen und glücklichen Familienmitglied.


Rottweiler Ernährung

Ernährung

Die Ernährung beim Rottweiler muss auf sein hohes Gewicht und seine Muskelmasse abgestimmt sein. Ein hochwertiges Futter mit moderatem Fettgehalt und hohem Fleischanteil ist die Basis. Da die Rasse zu Gelenkproblemen neigt, können Zusätze wie Grünlippmuschel-Extrakt, Glucosamin und Chondroitin bereits im Welpenalter sinnvoll sein. Achte peinlich genau darauf, dass der Hund nicht zu schnell wächst; ein zu hohes Energieniveau im Welpenfutter kann die Knochen schädigen.

Übergewicht muss unter allen Umständen vermieden werden. Du solltest die Rippen Deines Rottweilers beim Streicheln immer leicht fühlen können. Wenn die Taille verschwindet, ist es Zeit für eine Diät. Viele Besitzer bevorzugen das Barfen (biologisch artgerechte Rohfütterung), um die volle Kontrolle über die Nährstoffe zu haben. Wenn Du Trockenfutter fütterst, achte auf große Kroketten, die zum Kauen anregen und das Schlingen verhindern. Ein Anti-Schling-Napf ist oft eine gute Investition.

Wegen der Gefahr der Magendrehung solltest Du Deinen Hund niemals direkt vor oder nach dem Gassi gehen füttern. Gönne ihm nach dem Fressen mindestens zwei Stunden Ruhe. Frisches Wasser muss immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Da Rottweiler manchmal zu Futtermittelallergien neigen, die sich durch Hautprobleme äußern, solltest Du auf Getreide und künstliche Konservierungsstoffe verzichten. Eine gesunde Ernährung ist der Grundpfeiler für ein starkes Immunsystem und vitale Gelenke.


Rottweiler Besonderheiten

Besonderheiten

Eine der liebenswertesten Besonderheiten des Rottweilers ist das sogenannte „Rotti-Lean“. Wenn er Dich mag, lehnt er sich mit seinem vollen Gewicht gegen Deine Beine – eine Liebeserklärung, die Dich im wahrsten Sinne des Wortes umhauen kann. Zudem „grummeln“ viele Rottweiler, wenn sie gestreichelt werden oder sich wohlfühlen. Das klingt für Fremde oft wie Knurren, ist aber ein Ausdruck tiefster Entspannung und Zufriedenheit. Wer seinen Hund kennt, kann diese Nuancen in der Kommunikation unterscheiden.

Der Rottweiler besitzt eine extrem hohe Toleranzschwelle. Das macht ihn zu einem geduldigen Begleiter für Kinder, die er wie seine eigenen Welpen bewacht. Dennoch sollte er aufgrund seiner Kraft nie unbeaufsichtigt mit kleinen Kindern bleiben. Seine Lernfähigkeit ist enorm; er merkt sich einmal Gelerntes oft ein Leben lang. Das gilt leider auch für schlechte Angewohnheiten. Er ist ein sehr sauberer Hund, der im Haus kaum bellt, es sei denn, es ist wirklich nötig.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man mit einem Rottweiler oft auf Vorurteile stößt. Du bist als Halter ein Botschafter der Rasse. Ein gut erzogener, freundlicher Rottweiler in der Öffentlichkeit leistet die beste Aufklärungsarbeit. Die Diskriminierung als „Kampfhund“ ist fachlich nicht haltbar, erfordert aber ein dickes Fell beim Besitzer. Wenn Du Dich jedoch auf diesen Hund einlässt, bekommst Du einen Partner, der Dich mit einer Tiefe und Ehrlichkeit liebt, die ihresgleichen sucht.


Rottweiler Kauf

Kauf

Wenn Du einen Rottweiler kaufen möchtest, gibt es nur eine richtige Adresse: Einen Züchter, der dem ADRK (Allgemeiner Deutscher Rottweiler-Klub) angeschlossen ist. Warum? Weil der ADRK die weltweit strengsten Zuchtauflagen hat. Jedes Tier muss eine Zuchttauglichkeitsprüfung bestehen, bei der nicht nur das Aussehen, sondern vor allem das Wesen und die Gesundheit (HD/ED-Freiheit) getestet werden. „Schnäppchen“ aus dem Internet kosten Dich später oft ein Vermögen beim Tierarzt.

Ein seriöser Züchter wird Dich ausführlich beraten und Dir auch die Elterntiere zeigen. Er wird Dir Fragen zu Deiner Lebenssituation stellen, denn er möchte, dass sein Rottweiler Welpe in ein passendes Zuhause kommt. Der Preis für einen Welpen liegt aktuell zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Darin enthalten sind Impfungen, Entwurmungen, der Chip und die aufwendige Gesundheitsvorsorge der Elterntiere. Ein guter Züchter bleibt auch nach dem Kauf Dein Ansprechpartner für Fragen zur Erziehung.

Alternativ ist der Gang zum Tierschutz oder zu „Rottweiler in Not“ sehr empfehlenswert. Dort warten oft wunderbare, bereits erwachsene Hunde auf eine zweite Chance. Viele dieser Hunde wurden abgegeben, weil die Besitzer mit der Kraft oder den gesetzlichen Auflagen überfordert waren. Ein Hund aus zweiter Hand hat oft den Vorteil, dass sein Charakter bereits gefestigt ist.

Egal für welchen Weg Du Dich entscheidest: Ein Rottweiler ist eine langfristige Verpflichtung, die Dein Leben mit viel Freude und Sicherheit bereichern wird.


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